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Menu Engineering: Speisekarte mit Matrix und Rechner analysieren

Menu Engineering sortiert jedes Gericht deiner Speisekarte nach zwei Zahlen: wie oft es verkauft wird und wie viel Geld nach dem Wareneinsatz übrig bleibt. Heraus kommen vier Gruppen (Stars, Renner, Rätsel und Penner), jede mit einem klaren nächsten Schritt. Du brauchst Verkaufszahlen aus der Kasse und den Wareneinsatz je Portion.

Was Menu Engineering ist

Menu Engineering ist eine Methode, jedes Gericht einer Speisekarte nach seinem Beitrag zum Gewinn zu bewerten statt nach Bauchgefühl. Sie geht auf Michael Kasavana und Donald Smith zurück, zwei Hospitality-Forscher, die sie 1982 im Buch Menu Engineering: A Practical Guide to Menu Analysis veröffentlicht haben. Die Idee ist seitdem dieselbe: Ein Gericht muss sich verkaufen, und es muss Geld übrig lassen, wenn die Zutaten bezahlt sind.

Die Wareneinsatzquote allein sagt dir das nicht. Ein Steak mit 45 % Wareneinsatz kann pro Teller mehr verdienen als ein Risotto mit 21 %, denn in der Kasse landen Euro, keine Prozentpunkte. Menu Engineering arbeitet deshalb mit dem Deckungsbeitrag: Nettoverkaufspreis minus Wareneinsatz je Portion.

Zwei Zahlen je Gericht Wie viele Portionen im Zeitraum verkauft wurden (aus der Kasse) und was eine Portion an Ware kostet (aus der Rezeptur und den aktuellen Einkaufspreisen). Alles andere in der Analyse wird daraus berechnet.

Menu-Engineering-Rechner

Trag jedes Gericht einer Kategorie mit verkauften Portionen, Nettopreis und Wareneinsatz ein. Der Rechner ermittelt den Deckungsbeitrag je Gericht, den Durchschnitt und die Beliebtheitsschwelle und ordnet jedes Gericht seiner Gruppe zu.

GerichtVerkauftPreis nettoWareneinsatzKategorieDB

Rechne mit Nettopreisen ohne Mehrwertsteuer und für alle Gerichte mit demselben Zeitraum. Vergleiche nur Gerichte einer Kategorie, also Hauptgerichte mit Hauptgerichten. Vorausgefüllt ist das Bistro aus dem Beispiel weiter unten; ersetze es durch deine Zahlen.

Die Menu-Engineering-Matrix: vier Gruppen

Die Matrix hat zwei Achsen. Beliebtheit fragt, ob sich ein Gericht mindestens so gut verkauft, wie man es für seinen Platz auf der Karte erwarten würde. Ertrag fragt, ob sein Deckungsbeitrag den Durchschnitt der Kategorie erreicht. Daraus entstehen vier Felder (im Englischen Stars, Plowhorses, Puzzles und Dogs):

Die beiden Schwellen stammen aus der ursprünglichen Methode. Beliebt ist ein Gericht, wenn sein Anteil an den Verkäufen mindestens 70 % eines gleichmäßigen Anteils erreicht: Bei acht Hauptgerichten liegt der gleichmäßige Anteil bei 12,5 %, die Schwelle also bei 8,75 %. Ertragsstark ist ein Gericht, wenn sein Deckungsbeitrag auf oder über dem gewichteten Durchschnitt aller verkauften Gerichte der Kategorie liegt.

Rechenbeispiel: acht Hauptgerichte in vier Wochen

Ein Bistro analysiert seine acht Hauptgerichte über vier Wochen. Die Preise sind netto, ohne Mehrwertsteuer. Insgesamt wurden 560 Hauptgerichte verkauft, die nach Abzug des Wareneinsatzes zusammen 6.763,50 € gebracht haben. Das ergibt einen durchschnittlichen Deckungsbeitrag von 12,08 € je Hauptgericht.

GerichtVerkauftAnteilPreisWareneinsatzDeckungsbeitragKategorie
Wiener Schnitzel12021,4 %18,50 €5,20 €13,30 €Star
Burger14025,0 %15,00 €5,40 €9,60 €Renner
Pilzrisotto458,0 %17,00 €3,60 €13,40 €Rätsel
Lachsfilet6010,7 %24,00 €9,80 €14,20 €Star
Rinderschmorbraten305,4 %22,00 €8,90 €13,10 €Rätsel
Caesar Salad9016,1 %13,50 €3,80 €9,70 €Renner
Vegane Bowl254,5 %14,00 €4,90 €9,10 €Penner
Rib-Eye-Steak508,9 %32,00 €14,50 €17,50 €Star
12,08 €Ø Deckungsbeitrag
8,75 %Beliebtheitsschwelle
560verkaufte Hauptgerichte

Was das Bistro daraus lernt:

Nachgerechnet Anteil des Schnitzels: 120 von 560 = 21,4 %, über der Schwelle von 8,75 %. Deckungsbeitrag: 18,50 € minus 5,20 € = 13,30 €, über dem Durchschnitt von 12,08 €. Ergebnis: Star.

Menu Engineering in sechs Schritten

  1. Eine Kategorie und einen Zeitraum wählen Hauptgerichte mit Hauptgerichten, Vorspeisen mit Vorspeisen. Nimm vier Wochen oder ein Quartal, ohne Feiertage oder Sonderveranstaltung darin.
  2. Verkaufszahlen je Gericht exportieren Die Kasse zeigt, wie oft jedes Gericht verkauft wurde. Personalessen und Einladungen lässt du weg.
  3. Wareneinsatz je Portion ermitteln Jede Zutat der Portion mit dem aktuellen Einkaufspreis bewerten. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Wareneinsatz berechnen.
  4. Deckungsbeitrag und Anteil rechnen Deckungsbeitrag ist der Nettopreis minus Wareneinsatz. Der Anteil ist der Prozentsatz, den ein Gericht an allen verkauften Gerichten der Kategorie hat.
  5. In die vier Gruppen einteilen Beliebt heißt mindestens 70 % eines gleichmäßigen Anteils. Ertragsstark heißt ein Deckungsbeitrag auf oder über dem gewichteten Durchschnitt.
  6. Handeln und neu messen Ändere wenige Gerichte auf einmal und wiederhole die Analyse nach dem nächsten Zeitraum. So siehst du, was jede Änderung gebracht hat.

Was du mit jeder Gruppe machst

GruppeTypische MaßnahmenVermeiden
StarBester Platz auf der Karte, stabile Rezeptur und Portion, aktiv empfehlenEin Gericht ändern, das funktioniert
RennerPortion und Beilage prüfen, Einkaufspreis neu verhandeln, kleiner Preisschritt, mit ertragsstarker Beilage kombinierenStreichen, die Gäste kommen dafür
RätselBesserer Platz, klarerer Name und Text, Empfehlung durch den Service, etwas niedrigeren Preis testenUrteilen, bevor die Karte dem Gericht eine faire Chance gegeben hat
PennerMit günstigeren oder saisonalen Zutaten überarbeiten, ersetzen oder streichenAus Gewohnheit behalten

Viele dieser Hebel beginnen im Einkauf. Aus einem Renner wird oft ein Star, nur weil eine Zutat besser eingekauft oder die Portion abgewogen statt geschätzt wird. Der Ratgeber zum Einkauf in der Gastronomie zeigt, wo Einkaufspreise und Mengen am häufigsten versickern.

Typische Fehler beim Menu Engineering

Wie du den Wareneinsatz zwischen zwei Analysen im Griff behältst, erklärt der Ratgeber Wareneinsatz kontrollieren.

Wo Pelican hilft, und wo nicht

Menu Engineering ist nur so gut wie die Einkaufspreise hinter dem Wareneinsatz. Pelican ist die Bestell-App für Profiküchen: Das Team trägt Fehlendes in eine gemeinsame Liste ein, und der Bestellverlauf zeigt, was wann bei welchem Lieferanten von wem bestellt wurde. Trägt das Team beim Bestellen die Preise ein, siehst du, was du tatsächlich bezahlt hast und wie sich Preise verändern. Das ist die Grundlage für einen aktuellen Wareneinsatz je Portion.

Pelican App: Bestellverlauf mit Bestellungen, Artikeln und Ausgaben der Woche

Was Pelican nicht ist: kein Kassensystem und ohne Verkaufszahlen, die Verkäufe je Gericht kommen also aus deiner Kasse. Pelican rechnet keinen Wareneinsatz je Portion und baut die Matrix nicht für dich, bucht keinen Bestand, ist kein Gäste-Bestellsystem und ersetzt deine Lieferanten nicht. Pelican wird pro Betrieb abgerechnet, nicht pro Nutzer: Solo 19 Euro im Monat (bis 3 Nutzer), Basic 29 Euro im Monat (bis 5 Nutzer), Pro 59 Euro im Monat (unbegrenzt viele Nutzer). Bei jährlicher Zahlung sind es 15, 24 oder 49 Euro pro Monat. Jeder Tarif startet mit 30 Tagen gratis.

Häufige Fragen zum Menu Engineering

Wie oft sollte ich Menu Engineering machen?

Bei jedem Kartenwechsel und sonst mindestens einmal im Quartal. Außerdem nach größeren Preisänderungen im Einkauf, denn die verschieben Gerichte zwischen den Gruppen, ohne dass sich auf dem Teller etwas ändert.

Warum Deckungsbeitrag statt Wareneinsatzquote?

Weil der Deckungsbeitrag das Geld ist, das jeder Teller für Miete, Personal und Gewinn übrig lässt. Ein Gericht mit hoher Wareneinsatzquote kann pro Teller trotzdem mehr verdienen als ein günstiges Gericht mit niedriger Quote, wie Steak und Risotto im Beispiel zeigen.

Woher kommt die 70-Prozent-Regel?

Aus der ursprünglichen Methode von Kasavana und Smith. Ein Gericht gilt als beliebt, wenn sein Anteil an den Verkäufen mindestens 70 % eines gleichmäßigen Anteils erreicht. Bei acht Gerichten ist der gleichmäßige Anteil 12,5 %, die Schwelle also 8,75 %.

Geht Menu Engineering auch ohne Kassensystem?

Ja, aber mit mehr Aufwand. Du brauchst eine verlässliche Zahl verkaufter Portionen je Gericht, zum Beispiel aus den Bons oder einer Strichliste im Service. Schätzungen reichen nicht, denn kleine Unterschiede entscheiden über die Gruppe.

Soll ich alle Penner einfach streichen?

Nicht automatisch. Manche Gerichte haben eine Aufgabe: das einzige vegetarische oder vegane Hauptgericht, ein Kindergericht, ein Gericht, für das eine Stammgruppe kommt. Diese zuerst überarbeiten. Streichen, was keine solche Rolle hat.

Funktioniert Menu Engineering auch für Getränke?

Ja, solange du Getränke getrennt von Speisen und innerhalb vergleichbarer Gruppen analysierst, zum Beispiel offene Weine oder Cocktails. Rechne mit Nettopreis und dem Wareneinsatz je Ausschank.

Aktuelle Einkaufspreise für jeden Wareneinsatz

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