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Wareneingangskontrolle in der Gastronomie: Checkliste und Ablauf

Bei der Wareneingangskontrolle prüfst du jede Lieferung, bevor du sie unterschreibst: Lieferschein gegen Bestellung, Menge und Gewicht, Temperatur der Kühlware, Haltbarkeit, Verpackung und Kennzeichnung. Was nicht stimmt, vermerkst du sofort auf dem Lieferschein und lässt es vom Fahrer gegenzeichnen. So bezahlst du nur, was wirklich angekommen ist, und erfüllst deine HACCP-Pflichten.

Was die Wareneingangskontrolle ist und warum sie Pflicht ist

Die Wareneingangskontrolle ist die Prüfung jeder Lieferung an der Hintertür, bevor die Ware ins Lager geht und bevor jemand den Lieferschein unterschreibt. Sie hat zwei Aufgaben. Die erste ist Geld: Du bezahlst nur, was du bestellt hast und was angekommen ist. Die zweite ist Lebensmittelsicherheit: Ware, die zu warm, verdorben oder falsch gekennzeichnet ist, kommt gar nicht erst in deine Küche.

Rechtlich ist der Wareneingang Teil deiner betrieblichen Eigenkontrolle. Die EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene verlangt von jedem Lebensmittelunternehmen Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen (Artikel 5) und regelt in Anhang II, Kapitel IX, dass Rohstoffe nicht angenommen werden dürfen, wenn sie erkennbar verdorben oder so belastet sind, dass sie auch nach der Verarbeitung nicht sicher wären. Welche Temperaturen für welche Ware gelten und wie du das dokumentierst, legst du in deinem HACCP-Konzept fest. Bei Fragen hilft die zuständige Lebensmittelüberwachung.

Die Unterschrift zählt Mit deiner Unterschrift bestätigst du dem Lieferanten, dass die Ware so angekommen ist wie auf dem Lieferschein. Was danach auffällt, ist schwerer zu reklamieren. Deshalb wird geprüft, bevor du unterschreibst, nicht am Abend.

Checkliste: Das prüfst du bei jeder Lieferung

Ablauf der Wareneingangskontrolle in sieben Schritten

  1. Bestellung bereithalten Bevor der Fahrer klingelt, liegt fest, was bestellt wurde: Bestellliste, Bestellverlauf oder Auftragsbestätigung. Ohne diese Grundlage kannst du den Lieferschein nur abhaken, nicht prüfen.
  2. Lieferschein gegen Bestellung abgleichen Steht jeder bestellte Artikel drauf, in der bestellten Menge und Ausführung? Gibt es Ersatzartikel, die niemand bestellt hat?
  3. Kühlware und Tiefkühlware zuerst prüfen Temperatur messen, mit der Angabe auf dem Etikett und deinem HACCP-Plan vergleichen und sofort in Kühlhaus oder Tiefkühler bringen. Trockenware kann warten.
  4. Menge und Gewicht nachzählen Kisten zählen, Fleisch und Fisch nachwiegen, Stückzahlen prüfen. Stichproben reichen bei Trockenware, bei teurer Ware wiegst du alles.
  5. Haltbarkeit, Verpackung und Kennzeichnung ansehen Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, beschädigte oder aufgetaute Packungen, fehlende Etiketten und Chargen, Geruch und Aussehen.
  6. Abweichungen auf dem Lieferschein vermerken Fehlmenge, falsche Ware, zu warme Ware: auf dem Lieferschein notieren, vom Fahrer gegenzeichnen lassen, Foto machen. Ware, die du nicht annehmen darfst, geht gleich wieder mit.
  7. Einräumen und dokumentieren Ware nach dem FIFO-Prinzip einräumen, Prüfung im Wareneingangsprotokoll festhalten und den Lieferschein zur Rechnungsprüfung ablegen.

Wie du die Ware danach sinnvoll einräumst, damit Altes zuerst verbraucht wird, zeigt der Ratgeber zur Lagerverwaltung in der Gastronomie.

Rechenbeispiel: Was eine übersehene Abweichung kostet

Ein Restaurant bestellt 10 kg Lachsfilet zum vereinbarten Preis von 24,00 € pro kg. Geliefert werden 9,4 kg, auf Lieferschein und Rechnung stehen aber 10 kg zu 25,50 € pro kg. Weil der Koch an der Tür unter Zeitdruck nur die Kiste zählt, fällt beides nicht auf.

255,00 €berechnet
225,60 €richtig wären
29,40 €zu viel bezahlt

Die Differenz setzt sich aus zwei Fehlern zusammen: 0,6 kg fehlen, das sind 15,30 € zum berechneten Preis. Dazu kommen 14,10 € durch den höheren Kilopreis auf die gelieferte Menge. Zusammen 29,40 € für eine einzige Lieferung.

Nachgerechnet Berechnet: 10 kg × 25,50 € = 255,00 €. Richtig: 9,4 kg × 24,00 € = 225,60 €. Differenz 29,40 €. Passiert das einmal pro Woche, sind es übers Jahr 52 × 29,40 € = 1.528,80 €. Nachwiegen und ein Blick auf den vereinbarten Preis hätten beide Fehler an der Tür gezeigt.

Das Wareneingangsprotokoll

Was du prüfst, schreibst du auf. Das Protokoll zeigt der Lebensmittelüberwachung, dass deine Eigenkontrolle funktioniert, und dir selbst, welcher Lieferant immer wieder zu warm, zu wenig oder zu knapp vor Ablauf liefert. Ein Blatt am Klemmbrett neben der Hintertür reicht, solange es jeden Tag ausgefüllt wird. So kann ein Protokoll aussehen:

DatumLieferantLieferscheinWareTemperaturHaltbarkeitErgebnisKürzel
Di 08:10Fisch NordLS 4471Lachsfilet2 °CDo0,6 kg fehlen, vermerktMK
Di 09:40Molkerei BergLS 1182Sahne, Butter5 °Cin 9 Tagenin OrdnungMK
Di 10:15TK ServiceLS 90310Pommes TK−19 °C20271 Karton beschädigt, zurückAS

Wichtig ist nicht die Form, sondern dass jede Lieferung eine Zeile bekommt, auch die, bei der alles stimmt. Bewahre Protokolle und Lieferscheine so lange auf, wie es dein HACCP-Konzept und die Aufbewahrungsfristen für Geschäftsunterlagen verlangen.

Wenn etwas nicht stimmt: richtig reklamieren

So geht die Reklamation verloren

  • Lieferschein ungeprüft unterschrieben
  • Fehlmenge erst beim Einräumen am Nachmittag bemerkt
  • Anruf beim Lieferanten ohne Beleg
  • Rechnung bezahlt, Gutschrift nie angekommen

So bekommst du dein Geld

  • Abweichung auf dem Lieferschein vermerkt, Fahrer zeichnet gegen
  • Foto von Etikett, Thermometer oder Waage
  • Nicht annehmbare Ware geht sofort mit zurück
  • Rechnung erst nach Abgleich mit Lieferschein und Gutschrift bezahlt

Ware, die zu warm, verdorben oder beschädigt ist, nimmst du nicht an. Bei Fehlmengen reicht der Vermerk auf dem Lieferschein, die Rechnung muss dann zur gelieferten Menge passen. Kläre mit jedem Lieferanten vorab, wie Reklamationen laufen und wer dein Ansprechpartner ist. Wie du Lieferanten auswählst und Konditionen festhältst, steht im Ratgeber zu Lieferanten in der Gastronomie.

Wer kontrolliert, und wann

Die meisten Fehler beim Wareneingang entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil die Lieferung mitten in den Mise-en-place-Stress fällt und gerade jemand an der Tür steht, der nicht weiß, was bestellt wurde. Drei Regeln helfen:

Wo Pelican hilft, und wo nicht

Die Wareneingangskontrolle steht und fällt mit einer festgehaltenen Bestellung. Pelican ist die Bestell-App für Profiküchen: Das Team trägt ein, was fehlt, per Sprache oder Tippen, jeder in seiner Sprache. Der Küchenchef gibt die Liste frei, und der Bestellverlauf zeigt, was wann bei welchem Lieferanten von wem bestellt wurde. Wer an der Tür steht, öffnet die Bestellung auf dem Handy und gleicht den Lieferschein damit ab. Trägt das Team beim Bestellen Preise ein, siehst du auch, welcher Preis vereinbart war. Wie du den Wareneinsatz damit im Blick behältst, erklärt der Ratgeber Wareneinsatz kontrollieren.

Pelican App: Bestellverlauf mit Bestellungen, Artikeln und Ausgaben der Woche

Ein Scanner für Lieferscheine und Rechnungen ist in Arbeit: abfotografieren, und Pelican gleicht automatisch ab, ob Menge und Preis zur Bestellung passen. Bis dahin vergleichst du selbst. Was Pelican nicht ist: keine HACCP-Software, es misst und protokolliert keine Temperaturen und ersetzt dein Wareneingangsprotokoll nicht. Pelican bucht keinen Bestand, ist kein Kassensystem und kein Gäste-Bestellsystem und ersetzt deine Lieferanten nicht. Pelican bestellt auch nicht selbst beim Lieferanten, das macht weiter dein Team. Pelican wird pro Betrieb abgerechnet, nicht pro Nutzer: Solo 19 Euro im Monat (bis 3 Nutzer), Basic 29 Euro im Monat (bis 5 Nutzer), Pro 59 Euro im Monat (unbegrenzt viele Nutzer). Bei jährlicher Zahlung sind es 15, 24 oder 49 Euro pro Monat. Jeder Tarif startet mit 30 Tagen gratis.

Häufige Fragen zur Wareneingangskontrolle

Ist die Wareneingangskontrolle in der Gastronomie Pflicht?

Ja, als Teil der betrieblichen Eigenkontrolle. Die EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verlangt Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen und untersagt die Annahme erkennbar verdorbener oder belasteter Rohstoffe. Wie du den Wareneingang prüfst und dokumentierst, legst du in deinem HACCP-Konzept fest.

Welche Temperatur muss Kühlware bei der Anlieferung haben?

Das hängt von der Ware ab. Maßgeblich sind die Angabe des Herstellers auf dem Etikett, die Vorgaben für die jeweilige Warengruppe und die Grenzwerte in deinem HACCP-Konzept. Schreib für jede Warengruppe auf, ab welcher Temperatur du ablehnst, und häng die Liste neben das Thermometer.

Was mache ich, wenn bei der Lieferung etwas fehlt?

Die Fehlmenge auf dem Lieferschein vermerken, bevor du unterschreibst, und vom Fahrer gegenzeichnen lassen. Dann prüfst du, ob die Rechnung zur gelieferten Menge passt oder eine Gutschrift kommt. Ein Foto der Waage oder der offenen Kiste hilft bei Rückfragen.

Muss ich jede Lieferung komplett nachwiegen?

Nein. Teure und frische Ware wie Fleisch, Fisch und Käse wiegst du nach. Bei Trockenware und Getränken reichen Zählen und Stichproben. Fallen bei einem Lieferanten öfter Fehlmengen auf, wird bei ihm wieder alles gewogen.

Wie lange muss ich Wareneingangsprotokolle aufbewahren?

Eine feste Frist für alle Betriebe nennt die EU-Verordnung nicht. Lege sie in deinem HACCP-Konzept fest und frag im Zweifel die zuständige Lebensmittelüberwachung. Lieferscheine und Rechnungen unterliegen zusätzlich den steuerlichen Aufbewahrungsfristen.

Jede Bestellung griffbereit, wenn der Lieferant klingelt

Dein Team bestellt über eine gemeinsame Liste, der Küchenchef gibt frei, und wer an der Tür steht, sieht im Bestellverlauf, was bestellt wurde. 30 Tage kostenlos testen.

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