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Küchenbrigade: Posten, Hierarchie und wer was bestellt

Die Küchenbrigade ist die Hierarchie, die Auguste Escoffier für Profiküchen geprägt hat: Der Küchenchef führt, der Souschef vertritt ihn, jeder Chef de Partie leitet einen Posten, Commis arbeiten ihm zu. Weil jeder Posten seine Ware am besten kennt, meldet er, was fehlt, und der Küchenchef gibt die Bestellung frei.

Was eine Küchenbrigade ist

Die Küchenbrigade (brigade de cuisine) teilt eine Profiküche in klare Rollen auf. Sie wird meist Georges Auguste Escoffier zugeschrieben, der Ende des 19. Jahrhunderts die Küchen großer Hotels wie des Savoy in London organisiert hat, mit einer Befehlskette nach dem Vorbild des Militärs. Jeder Koch hat einen Posten, einen Vorgesetzten und im Service eine Aufgabe.

Die Idee hat die großen Hotelküchen überlebt, weil sie ein Problem löst, das jede Küche bis heute hat. Wenn ein Dutzend Leute gleichzeitig kochen, muss jeder wissen, wer entscheidet, wer was vorbereitet und wer zuständig ist, wenn etwas ausgeht. Die volle klassische Brigade gibt es heute in wenigen Küchen. Die meisten arbeiten mit einer verkleinerten Fassung, die derselben Logik folgt.

Merke Die Titel sind weniger wichtig als die Regel dahinter. Jede Aufgabe hat genau einen Zuständigen, und jeder weiß, wem er meldet.

Die Posten der Küchenhierarchie

Von oben nach unten sind das die Posten, die dir in einer klassischen Küchenbrigade begegnen. Nicht jede Küche hat alle, und die Bezeichnungen unterscheiden sich von Haus zu Haus.

Die klassischen Posten

In der vollen Brigade hat jeder Chef de Partie ein festes Fachgebiet. Die französischen Namen sind in vielen Küchen bis heute üblich:

PostenZuständig für
SaucierSaucen, oft auch Sautiertes und Schmorgerichte
PoissonnierFisch und Meeresfrüchte
RôtisseurBraten und Geschmortes; große Brigaden haben dazu einen Grillardin für den Grill
EntremetierGemüse, Kartoffeln und Sättigungsbeilagen, Suppen, Eierspeisen
GardemangerKalte Küche: Vorspeisen, Salate, Terrinen, kalte Saucen
PâtissierDesserts, Gebäck und oft das Brot

Küchenhierarchie im kleinen Team

Ein Restaurant mit sechs Leuten in der Küche kann nicht sechs Posten plus Aboyeur besetzen. Es legt sie zusammen. Eine übliche Aufteilung: Der Küchenchef steht am Pass und ruft die Bons, der Souschef führt die warme Küche, ein Chef de Partie übernimmt kalte Vorspeisen und Desserts, ein zweiter Fisch und Beilagen, ein Commis springt dorthin, wo es brennt, und eine Küchenhilfe kümmert sich um Abwasch und Lieferungen.

Klassische Brigade

  • Ein Koch je Fachgebiet
  • Aboyeur als eigene Rolle
  • Bestellung über den Souschef oder einen Einkauf
  • Passt zu großen Hotelküchen und Bankett

Kleines Team

  • Ein Koch deckt zwei oder drei Posten ab
  • Der Küchenchef ruft die Bons
  • Jeder Posten meldet, der Küchenchef gibt frei
  • Klare Zuständigkeit zählt noch mehr, weil niemand Zeit übrig hat

Was beim Zusammenlegen nicht verloren gehen darf, ist die Zuständigkeit. Wenn die kalte Küche auch die Desserts macht, gehören ihr auch Sahne, Beeren und Gelatine. Schreib das einmal auf. Sonst glaubt jeder, ein anderer hat nachgeschaut.

Wer in der Brigade was bestellt

Hier scheitern Brigaden in der Praxis am häufigsten. Der Service läuft, aber um 14 Uhr, wenn der Vertreter in der Tür steht, weiß niemand genau, was fehlt. Der Posten, der eine Ware verbraucht, merkt zuerst, wenn sie knapp wird. Wer die Bestellung freigibt, braucht den Überblick und das Budget. Teil die Arbeit genau so auf:

RolleAufgabe bei der Bestellung
CommisSagt, was beim Vorbereiten ausgegangen ist, statt still drumherum zu arbeiten
Chef de PartiePrüft seinen Posten vor Feierabend und meldet alles unter Sollbestand
SouschefSammelt die Meldungen, streicht Doppeltes, prüft Mengen gegen die Reservierungen
KüchenchefGibt die Liste frei, entscheidet über Ersatz und Preise, spricht mit dem Vertreter
KüchenhilfeNimmt die Lieferung an, räumt sie ein und meldet Fehlmengen oder Schäden
Aus der Praxis Der Commis, der die letzte Palette Eier nimmt und nichts sagt, ist selten das eigentliche Problem. Das Problem ist ein Ablauf, bei dem Melden heißt: Stift suchen, Klemmbrett finden und das richtige Wort in einer Sprache, die er nicht gut spricht. Mehr dazu im Ratgeber zum mehrsprachigen Küchenteam.

Wie viel jeder Posten vorrätig haben soll, ist eine eigene Frage. Der Ratgeber Sollbestand berechnen zeigt, wie du je Artikel einen Zielbestand festlegst, damit „unter Soll“ für alle im Team dasselbe heißt.

Bestellverantwortung in fünf Schritten festlegen

  1. Ware den Posten zuordnen Jeder Artikel auf deiner Bestellliste bekommt genau einen Posten, der dafür zuständig ist. Gemeinsame Ware wie Butter oder Sahne geht an den Posten, der am meisten davon braucht.
  2. Feste Prüfzeit vereinbaren Jeder Chef de Partie prüft Kühlhaus und Trockenlager seines Postens jeden Tag zur selben Zeit, zum Beispiel am Ende der Mittagsvorbereitung und lange bevor der Vertreter kommt.
  3. Auf eine Liste melden Alle Meldungen landen auf einer gemeinsamen Liste, nicht auf drei Zetteln, der Tafel und einer Nachricht aufs Handy.
  4. Zusammenführen und freigeben Der Souschef fasst doppelte Meldungen zusammen und prüft die Mengen gegen die nächsten Tage. Der Küchenchef gibt frei. Niemand bestellt an der Freigabe vorbei.
  5. Festhalten, was bestellt wurde Notiere, was wann bei welchem Lieferanten von wem bestellt wurde. Kommt derselbe Fehler wieder, siehst du, wo er entstanden ist.
1Zuständiger je Artikel
1gemeinsame Liste
1Freigabe vor der Bestellung

Wie der ganze Ablauf von der ersten Meldung bis zur Lieferung aussieht, beschreibt Schritt für Schritt der Ratgeber zur Warenbestellung in der Gastronomie.

Wo Pelican in die Brigade passt

Pelican ist genau für diese Aufteilung gebaut. Jedes Teammitglied meldet, was fehlt, per Sprache oder Tippen, auf Deutsch, Italienisch oder Englisch. Pelican erkennt das Produkt, führt doppelte Einträge zusammen und baut eine Liste, sortiert nach Kategorien. Der Küchenchef gibt die Liste frei, bevor der Vertreter kommt oder die Bestellung rausgeht, und der Bestellverlauf zeigt, was wann bei welchem Lieferanten von wem bestellt wurde.

Pelican App: Pomodori, Tomaten und tomatoes landen als ein Artikel auf derselben Liste

Was Pelican nicht ist: kein Kassensystem, keine Bestandsbuchung, kein Gäste-Bestellsystem und kein Ersatz für deine Lieferanten oder das Preisgespräch mit dem Vertreter. Dienstplan und Posteneinteilung macht Pelican auch nicht. Das bleibt Sache des Küchenchefs. Pelican wird pro Betrieb abgerechnet, nicht pro Nutzer: Solo 19 Euro im Monat (bis 3 Nutzer), Basic 29 Euro im Monat (bis 5 Nutzer), Pro 59 Euro im Monat (unbegrenzt viele Nutzer). Bei jährlicher Zahlung sind es 15, 24 oder 49 Euro pro Monat. Jeder Tarif startet mit 30 Tagen gratis.

Häufige Fragen

Wer steht über dem Küchenchef?

In Hotels und Gastronomiegruppen der Küchendirektor, der mehrere Küchen oder Outlets verantwortet. In einem einzelnen Restaurant berichtet der Küchenchef meist direkt an den Inhaber oder die Geschäftsführung.

Was ist der Unterschied zwischen Küchenchef und Souschef?

Der Küchenchef leitet die Küche und entscheidet über Karte, Wareneinsatz, Team und Bestellung. Der Souschef ist sein Stellvertreter: Er führt den Service, wenn der Küchenchef frei hat, arbeitet neue Leute ein und stellt in vielen Küchen die tägliche Bestellung zusammen, die der Küchenchef freigibt.

Gibt es die Küchenbrigade heute noch?

Ja, meist in angepasster Form. Große Hotelküchen und Bankettküchen bleiben nah an der klassischen Brigade. Restaurants mit kleinen Teams legen Posten zusammen, behalten aber den Kern: ein Zuständiger je Aufgabe und eine klare Linie, wer wem meldet.

Was macht ein Chef de Partie?

Ein Chef de Partie leitet einen Posten: dessen Mise en Place, die Qualität seiner Gerichte im Service, die Commis dort und den Warenbestand des Postens. Darum ist er die richtige Person, um zu melden, was sein Posten braucht.

Wer sollte in der Küche die Bestellung machen?

Die Posten melden, was sie brauchen, eine Person führt die Liste zusammen, meist der Souschef, und der Küchenchef gibt sie frei. Wer sie dann abschickt oder mit dem Vertreter bespricht, kann sich unterscheiden. Wichtig ist eine Liste und eine Freigabe.

Eine Liste für die ganze Brigade

Jeder Posten meldet, was fehlt, in seiner Sprache. Der Küchenchef gibt frei, bevor bestellt wird. Teste es mit deinem Team, 30 Tage gratis.

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